WhibeEidTubwwBds AKA Mein erster Schultag

Mein erster SchultagDer Querdenker ruft auf zu einem Blogger-Event, das er umschreibt mit „Was hattet Ihr bei eurer Einschulung in der Tüte und bitte, wir wollen Bilder davon sehen“ – kurz „WhibeEidTubwwBds“.

Mit einem Foto kann ich dienen! Dazu später mehr. Erstmal krame ich in meiner Erinnerung und rufe mir den Tag zurück ins Gedächtnis. Ich glaube, es war der 4. August 1986. Eigentlich sollte mich in der ersten Woche eine Viertklässlerin auf dem Schulweg begleiten. Sie hat mir extra einen Brief geschrieben, ist aber nie aufgetaucht. Ich sehe den Brief noch vor meinem geistigen Auge, mit den kleinen, exakten Buchstaben und Blumen zur Verzierung, doch damals konnte ich den natürlich noch nicht lesen.

Der erste Schultag, das hieß Abschied von meinen Kindergartenfreunden Thorsten, Sascha und Andre nehmen. Doch ich habe schnell neue Freunde gefunden, Julia, Sabrina und natürlich Jenny (deren Schwester auch Julia heißt, muss ein beliebter Name sein…).

Der Lehrer hieß Herr Esser, er hat mich immer „Julchen“ genannt und dafür habe ich ihn Herr Fresser genannt. Ob diese Geschichte tatsächlich stimmt, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber die erzähle ich immer, wenn mich jemand „Julchen“ nennt und ich einen Grund nennen soll, warum ich das nicht mag.

Und dann hatte sie angefangen, die Schule. Die erste erste Klasse ging ich auf die Anne-Frank-Schule, die in der gleichen Straße war, wo wir wohnten, mein Schulweg war also relativ kurz. Damals ging ich noch zum Ballett, hab mit Barbies gespielt und meine Nase hat einmal nähere Bekanntschaft mit dem Schulhof gemacht (längere Geschichte, die erst 13 Jahre später ein Ende fand).

Nun aber zum ersten Schultag selber und zu diesem Foto. Der Pulli ist selbstgestrickt und ja, das steht tatsächlich mein Name drauf. Das Bild hat Seltenheitswert, zeigt es mich doch mit Rock, Strumpfhose und Riemchenschuhen – das war so ziemlich das einzige Mal, dass ich so etwas trug! Man bemerke außerdem die wunderschöne, selbstgemachte Schultüte. Ich weiß noch, wie meine Mutter die gebastelt hat. Das sollte ja eigentlich eine Überraschung sein, aber eine Wohnzimmertür aus Glas ist beim Geheimnis bewahren ziemlich hinderlich.

An den genauen Inhalt kann ich mich (und auch meine Mutter) nicht genau erinnern. Definitiv waren da Buntstifte drin. In meinem neuen Mäppchen, passend zum Ranzen und zum Turnbeutel, alles in schönem dunklen Türkis. Das Mäppchen habe ich noch (wo, ist eine andere Frage), den Ranzen habe ich in der sechsten Klasse ausgemustert (musste einem Lederranzen weichen, den ich bis zum Abitur hatte) und den Turnbeutel habe ich in der zweiten Klasse im Bus liegen lassen[1]. Ja, ich war ein Turnbeutelvergesser!

Neben den Buntstiften (und Radiergummi etc.) im neuen Mäppchen war in der Schultüte auch eine kleine Packung Playmobil oder Lego drin (genau wusste meine Mutter das nicht mehr) und auf jeden Fall ein paar Süßigkeiten. Ob es nun die berühmte Kinderschokolade oder etwas anderes war, ist nach gut 21 Jahren nicht mehr nachvollziehbar.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Ranzen (sieht man auf dem Bild nur die Schulterriemen von). Natürlich war der von Scout, wie eigentlich damals alle. Doch die Meisten hatten den in Standardblau und meiner war türkisfarben! Da war ich mächtig stolz drauf. Den habe ich wahrscheinlich zum Geburtstag bekommen, vielleicht auch zu Weihnachten im Jahr davor, war ja „damals“ so üblich.

  1. Wir sind umgezogen und in die neue Schule musste ich mit dem Bus fahren []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

10 Gedanken zu „WhibeEidTubwwBds AKA Mein erster Schultag“

  1. Ich bin ja jedes mal fasziniert wenn ich Erstkläßler sehe. Die sind noch so begeistert, und gehen mit Elan an die Arbeit. Nur doof das die Lehrer das nicht beibehalten können.
    Bei mir in Berlin (West), gab es zu meiner Zeit (1979) keine Begleiter aus der höheren Klasse.

    Was das Bild angeht, so finde ich solche Bilder sehr wichtig für einen. Und es wäre sehr schade wenn man gar keine hätte.
    Herrjeh, wenn ich mir so mein Bild vom ersten Schultag angucke, mag ich kaum glauben das ich das da bin. Die feinen Sachen, die Begeisterung im Blick… das kann unmöglich der kleine Andi sein! 🙂

  2. @Conny
    Pssst, darauf bin ich extra nicht eingegangen 🙂

    @Andi
    Die Lehrer… Ich hatte zum größten Teil Glück mit den Lehrern, vielleicht ist das der Hauptgrund, warum ich die Schule einigermaßen gut überstanden habe?!?
    Bei dir klingt es ja so, als ob du bis zum Abschluss einige Federn lassen musstest

  3. JuliaL49, ich hatte das Pech in der Grundschule in Mathe eine Lehrerin zu bekommen, die so gar nicht auf die schlechten Schüler eingehen wollte sondern mehr ihre „Lieblinge“ gefördert hat.
    Mich hatte sie, mit meinem schlechten Noten in Mathe, besonders auf dem Kiecker. Und das hat mich nicht gerade animiert im Mathe besser zu werden, im Gegenteil. Diese Frau war ein wahrer Drachen. Und so lernte ich schon früh jemanden zu hassen.

  4. Yep, Andi, genau so was meinte ich. Gerade Mathe ist ein Fach, wo es hauptsächlich vom Lehrer abhängt, wie man dazu steht.
    Sehr schade 🙁 Vielleicht hat diese Frau der Gesellschaft einen Bernoulli oder Cauchy vorenthalten!

  5. Hm wo ist denn das Foto hin? War es dir dann doch zu peinlich? (zu recht übrigens, das war ja ein sehr verschandeltes Kind ;-))
    Übrigens: Was heißt WhibeEidTubwwBds auf Hochdeutsch. Ich verstehe den Gag dahinter irgendwie nicht.

  6. Upps, das Foto ist irgendwie per FTP getilgt worden. Ist wieder da 🙂
    Und flash, dieses Trauma hat mich sehr lange begleitet!

    Zur Beendigung deiner Verwirrung:
    „Was hattet Ihr bei eurer Einschulung in der Tüte und bitte, wir wollen Bilder davon sehen“ – kurz „WhibeEidTubwwBds“.

  7. Flocke, dein Foto macht ja noch viel mehr her 🙂 Vor allem die hübsche Tüte.

    Zur Brille: so große Gläser waren ja wirklich sehr lange in! Ich meine, dass ich erst so 10 Jahre später kleinere Gläser hatte.

  8. Gell? Ich war ein braves Kind, das sieht man mir förmlich an.

    Ja, die Tüte war schon Klasse, dafür wurde an anderen Stellen gespart: Der Pullover war eigentlich schon zu klein…und die Frisur war Mamas Kochtopf entliehen 😉

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