Blog-Parade Elvis Presley: mein Beitrag

Blog-Parade Elvis PresleyGestern war nun endlich der 30. Todestag des Kings und damit endete auch die von mir veranstaltete Blog-Parade. Es gab vier Mitstreiter, unter denen zwei Elvis-Biografien verlost werden. Die Verlosung gibt es am Wochenende und dann werde ich auch gleich eine „Auswertung“ der Beiträge machen. Viele gute Links zum Todestag gibt es im Poplog in einen empfehlenswerten Beitrag.

Was noch fehlt ist mein eigener Beitrag, den ich hiermit nachliefere. Auf geht’s

  • Was bedeutet Elvis für dich?
    Kracherfrage gleich zu Beginn… Für mich ist Elvis einer der bedeutendsten Sänger und Entertainer, er hat viele Türen geöffnet und den Weg geebnet für viele oder, wenn nicht sogar Alle, die nach ihm kamen. Seine Stimme ist einfach umwerfend, und sie hat ihn nie verlassen, wenn er auch zum Schluss öfter Probleme mit den Texten (und seinem Gewicht) hatte. Von seinen Songs sind lange nicht alle gut und er hat auch praktisch keine selbst geschrieben, aber es gibt so viele geniale Songs, die für alles entschädigen. Ich unterscheide da klassisch zwischen seiner vor- und nach-der-Armee-Zeit. Obwohl er gegen Ende der 60er auch wieder sehr gute Songs gemacht hat. Den Wirbel, den seine Fernsehauftritte verursachten, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Ganz schlimm und verwerflich: der Hüftschwung (Hound Dog-Video)! Einmal wurde er sogar vertraglich verpflichtet, sich nicht zu bewegen. Da hat er während des Auftritts mit dem Finger gewackelt (Video dazu habe ich leider nicht gefunden).
  • Welches sind deine Lieblingssongs von Elvis?
    Schwer zu sagen. Der Song, der mir am meisten bedeutet, ist sicherlich In The Ghetto. Da habe ich sogar den Songtext rausgehört (als es noch keine Lyrics-Suchmaschinen gab). Das habe ich ja schon in meinem Übersetzungsbeitrag erzählt. Ich bin den Song bei Wettkämpfen immer vorher einmal durchgegangen, um meine Nerven zu beruhigen. Mache ich auch heute noch manchmal, wenn ich einen Vortrag halten muss. Wirkt immer. Den Text kann ich immer noch komplett auswendig, auch weil ich den Songs so oft gehört habe. Dafür habe ich den sogar auf beide Seiten einer Kassette aufgenommen, dass ich einfach nur umdrehen musste, um den gleich nochmal zu hören. Das war für unterwegs. Für daheim gab es die Single (Vinyl!!!), die mit Repeat stundenlang gehört wurde. Und später dann die CD. Warum genau ich den Song so toll finde, kann ich nicht einmal sagen, denn mit der im Song beschriebenen Geschichte habe ich keinerlei Berührungspunkte. Aber Elvis singt das so dermaßen gefühlvoll… Abgesehen von diesem Song mag ich noch grundsätzlich alles aus den 50ern (außer die Weihnachts-Schnulzen) und wie gesagt, einiges von Ende der 60er und Anfang der 70er.
  • Was ist dein/e schönste/s Elvis-Erinnerung/Erlebnis?
    Da fällt mir eine Radioserie ein. Das nannte sich Elvis Forever und gab es jeden Tag gegen 11h30 und 18h30. Die bestand aus einer kurzen Einführung, was Elvis an diesem Datum gemacht hatte (völlig belangloses Zeug hauptsächlich) und dann gab es einen Elvis-Song. Das habe ich sogar in der Schule gehört, denn ich konnte einen Walkman mit Radio mein Eigen nennen. Dann habe ich mich kurz für ein paar Minuten aus dem Unterricht ausgeklinkt und habe Elvis gehört. Abends die Wiederholung konnte ich meistens nicht hören (wegen Training). Mit dieser Serie verbinde ich vor allem Songs wie Burning Love und His Latest Flame.
    Ein weiteres Erlebnis ist der 20. Todestag gewesen. Damals waren wir in Frankreich in Urlaub und es gab einige seiner Filme im Fernsehen, die ich mir sogar angesehen habe, obwohl ich nicht mal die Hälfte verstanden habe. Und ich habe mir eine Zeitschrift mit einem Elvis-Special gekauft. Die Artikel habe ich sogar heldenhaft mit meinem Wörterbuch übersetzt (bzw. versucht).
    Das ultimative Erlebnis, einmal nach Graceland zu fahren, wollten mir meine Eltern eigentlich nach dem Abitur schenken, aber wir sind stattdessen alle zusammen woanders hingefahren. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.
  • Welches ist dein Lieblings-Elvis-Film?
    In die engere Wahl kommt Jailhouse Rock, und auch die anderen beiden schwarz-weiß Filme aus den 50ern (Love Me Tender und King Creole) sind einigermaßen gut. Dann finde ich noch die Western Flaming Star und Charro ganz ordentlich. Die restlichen sind ziemlicher Einheitsbrei und auch die Titel sind teilweise wirklich dämlich (Liste bei Wikipedia[1] ). Wenn auch Konzertfilme zählen, dann ist das 68 Comeback Special unangefochten und mit großem Abstand mein Lieblings-Elvis-Film. Back to the roots und mit diesem schwarzen Lederanzug, zum Dahinschmelzen! Hab ich mir natürlich zugelegt, sobald das auf DVD erschien.
  • Wie würdest du den Einfluss von Elvis auf die heutige Musiklandschaft einschätzen?
    Ohne Elvis sähe das alles ziemlich anders aus. Gut, vielleicht hätte ohne ihn ein Anderer eine ähnliche Rolle gespielt. Aber ich würde schon behaupten, dass er so ziemlich der Einflussreichste war. Andere Kandidaten sind entweder zu früh gestorben (Buddy Holly, Eddie Cochran), haben nicht durchgehalten (Gene Vincent) oder haben sich selber ins Aus manövriert (Jerry Lee Lewis).
  • Was würdest du jemandem, der noch nie von Elvis gehört hat, über den King erzählen?
    Da würde ich ein Zitat von Jerry Hopkins einwerfen:

    Fünf (Vier) Dinge hat Amerika der Welt gegeben: Baseball, Mickey Mouse, Coca-Cola(, die Atombombe) und Elvis Presley.

  • Statistik zum Schluss: in welche Alters- und Musikgeschmacksgruppe würdest du dich einordnen?
    Nun, ich gehöre zu denjenigen, die nach Elvis‘ Tod geboren wurden. Aber nichtsdestotrotz würde ich sagen, dass mein Musikgeschmack ohne ihn gar nicht zustande käme. Neben Rock’n’Roll und Rock allgemein, sind auch die Beatles eine meiner Lieblingsbands, die es ja nach John Lennons Aussage ohne Elvis nie gegeben hätte. Dann mag ich alles, was auf den Beatles basiert (auch BritPop genannt) und wo weiter und so fort. Daneben mag ich noch Country, den Elvis zu Beginn in Mischform (Rockabilly) und später in Reinform gemacht hat. Er hat ja so einige berühmte Countrysongs gecovert.

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Now playing: Elvis Presley – In The Ghetto
via FoxyTunes

  1. Zufällig wurden die von mir genannten Filme auch in der englischen Version der Filmografie erwähnt. Das habe ich vorher nicht gelesen, ehrlich. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Blog-Parade Elvis Presley: mein Beitrag“

  1. Sein geschwungener Schenkel war doch der optische Wahnsinn, nicht? Das hatte ich damals auch geübt…aber es nicht weit damit gebracht. 😉

  2. ZU DEN DINGEN, DIE AMERIKA UNS MIT NACHHALTIGKEIT GEGEBEN HAT, WÜRDE ICH LEDIGLICH D R E I ZÄHLEN:

    MICKY MAUS, KAUGUMMI und ELVIS PRESLEY (Reihenfolge in aufsteigender Bedeutung!)

    Anm: Baseball ist nicht gerade DAS Ding außerhalb der USA und an der Atombombe waren initial andere tätig: Werner v. Braun etc.

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