Vorteile von Political Correctness

In anderen Ländern, vor allem im angelsächsischen Raum (oft zitiertes Beispiel: die USA) wird laut Vorurteil sehr auf Politische Korrektheit geachtet. Dass dies auch Vorteile haben kann, fiel mir gestern und heute wieder auf, als über die olympischen Sommerspiele berichtet wurde. Die werden in genau einem Jahr in Beijing eröffnet. Wo? In Peking!

Im deutschen ist dies (immer noch) der offizielle Name, also korrekt. Erst vor Kurzem kam ich mit einer chinesischen Studentin darauf zu sprechen und sie erklärte, wie es zu diesen unterschiedlichen Bezeichnungen kam: Als die ersten Europäer nach China kamen, fragten sie nach dem Namen der größten Stadt und in kantonesisch lauter der eben Peking. Doch in Mandarin, das in der Stadt selber gesprochen wird, heißt es Beijing. Im englischen gilt Peking mittlerweile als veraltet.

Ein ähnliches bzw. eigentlich umgekehrtes Schicksal ereilte Bombay bzw. Mumbai. Diese indische Stadt heißt auch offiziell seit 1995 wieder so wie vor Beginn der Kolonialisierung. In den englischsprachigen Medien hat sich das nach mittlerweile zwölf Jahren auch durchgesetzt. Vor allem in Großbritannien, wo es ja viele indische Immigranten gibt, ist es üblich, die uralte/neue Bezeichnung zu verwenden. In Deutschland hat sich das leider noch nicht durchgesetzt. Beim nächsten Mal darauf achten!

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Vorteile von Political Correctness“

  1. Ja, aber das ist doch genau ein Gegenbeispiel, oder? Pressburg, war ja mal deutschsprachig, genau wie Bombay mal britisch war. Die Briten haben sich jetzt angewöhnt, Mumbai zu sagen, dann sollten wir auch ordnungsgemäß Bratislava sagen. Ist irgendwie ne Respektsache. So ungefähr. Finde ich.

  2. Wir beschweren uns ja auch nicht, dass viele Wessis den Brocken Blocksberg nennen. Es sagen auch noch viele Karl-Marx-Stadt statt Chemnitz und so wirklich stört sich doch niemand dran. Solche Bezeichnungswechsel brauchen halt Zeit (Generationen) bis sie sich in den Köpfen festsetzt.Und die Briten haben nunmal öfter mit Mumbai zu tun als wir Deutschen.

    Ach ja, und das Team T-Mobile nennen auch noch viele Team Telekom.

  3. Der Brocken heißt auch Blocksberg? Da denke ich immer an eine Hexe mit Kartoffelbrei…

    Der rosa Riesen hat selber intern so viele Namensänderungen durchgemacht, da blickt wohl kaum einer mehr durch! Dann wird noch die Farbe geändert…

    Das mit den Briten ist richtig. Hatte ich ja so ungefähr auch gemeint, weil es da eben mehr im Gespräch ist. Aber hier in Deutschland wird Mumbai ja gar nicht verwendet. Das muss man unters Volk bringen!

  4. Ich warte ja auch darauf das man mich endlich mit „Eure Lordschaft“ anredet, so wie es sich gehört, anstatt mit „Ey Du da!“ 🙂

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