Neu im Kino: der rote Elvis

Der rote Elvis - FilmposterSeit gestern läuft die Dokumentation über den „Rockstar, Cowboy, Sozialist“ Dean Reed (1938 – 1956). Bei kino.de heißt es

Der in Denver geborene Künstler brachte es in den 60er-Jahren mit Rock’n’Roll-Balladen zum lateinamerikanischen Teen-Idol, bevor er ab 1966 eine zweite – politisch geprägte – Karriere in der Sowjetunion startete und ab 1973 als bekennender Sozialist in der DDR lebte.

Der hat es also genau anders gemacht, wurde deshalb für die DDR-Propaganda eingespannt und war auch ein guter Freund von Egon Krenz. Doch sein Leben war nicht nur eitel Sonnenschein. Im Film kommen auch seine zwei Ehefrauen zu Wort. Er selbt konnte übrigens hervorrangend deutsch. Gestorben ist er vor 21 Jahren, ertrunken, wahrscheinlich Selbstmord.

Warum der komische Filmtitel? Die taz hat hierzu eine Theorie

Die Ironie an „Der rote Elvis“ ist, dass Dean Reed nun schon wieder als Presley-Variation lanciert wird. Die Produzenten des Films gingen vermutlich richtig davon aus, dass ihr Held dem größeren Teil des mittlerweile vereinten deutschen Kinopublikums völlig unbekannt ist. Es ist wohl kein Zufall, dass der Film nicht schon letztes Jahr, zum 20. Todestag von Reed, in die Kinos kam, sondern erst jetzt – fast auf den Tag genau zum 30. von Presley. Aus diesem Windschatten scheint Reed nie herauszukommen.

Ist sicher ein sehr interessanter und empfehlenswerter Film. Doch wie das so mit Dokumentationen ist, läuft der Film nur in ausgewählten Kinos. Wer in

  • Berlin
  • Bremen
  • Chemnitz
  • Dresden
  • Düsseldorf
  • Halle (Saale)
  • Hamburg
  • Jena
  • Köln
  • Leipzig
  • München
  • Nürnberg
  • Potsdam

lebt, kann in den Genuss kommen, aber hier in jwd wird das leider wieder nichts.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Neu im Kino: der rote Elvis“

  1. Ja, sowas habe ich auch gehört/gelesen. Wenn auch jetzt erst im Zusammenhang mit dem Film 😉
    Doch man hat wohl einen Abschiedsbrief gefunden und damit ist die Selbstmord“theorie“ die wahrscheinlichste.

  2. ja zu mal der Held die Bühne DDR wieder verlassen wollte. Leider sind auch jetzt noch nicht alle Leichen aus dem DDR Keller geborgen. Film: „Die Leiden des jungen W“ Dean Reed gehört dazu.

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