Lichtspiele und Verlustgewinne beim Fischerfest Gaffelrigg

An diesem Wochenende (13. – 15. Juli) findet in Greifswald wieder das Fischerfest Gaffelrigg statt. Gestern abend gab es ein Höhenfeuerwerk und das haben wir zum Anlass genommen das Fest mit entsprechender Fotoausrüstung zu besuchen. Bzw. ich habe meine Nikon D70 mit Standardobjektiv mitgenommen und meine Begleiterin ist mit ordentlichem Stativ und einer Canon 300D400D (ups!) und mehreren Objektiven losgezogen. Beim Ergebnis sehen ihre Bilder dementsprechend wesentlich besser aus. Aber ich greife vor…

[thumb:1554:l]Das Fischerfest findet am Hafen in Wieck statt, wo die berühmte Holzklappbrücke steht (eine der ältesten noch funktionstüchtigen in Europa). Es sind unzählige Buden und Fahrattraktionen aufgebaut, es gibt einen Handwerkermarkt, Sportveranstaltungen für Jung und Alt (Boddenschwimmen, Volleyball, Ryckhangeln) und den Ryck in Flammen. Hinweise: Bodden ist kein Schreibfehler, sondern bezeichnet ein vom offenen Meer durch Landzungen abgetrenntes Küstengewässer an der Ostsee und kann deshalb durchschwommen werden. Ryck ist der Fluss, der durch Greifswald fließt und das Hangeln findet an einem über den Fluss gespannten Seil statt.

[thumb:1519:r]Am Abend sah es fast so aus, als ob das Feuerwerk ins Wasser fallen würde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber der Schauer war nur von kurzer Dauer. Doch als wir ankamen, waren die FahrradstellplätzeWiesen gehörig unter Wasser und meine Schuhe wurden gut durchnässt. Außerdem gab es Unmengen an Mücken. Innerhalb von Sekunden wurde ich mehrere Male gestochen. Die Ticketverkäufer am Eingang schlugen völlig verzweifelt um sich und konnten vor lauter Fuchtelei fast kein Geld rausgeben.

Zum Glück für uns nahm die Mückenplage aber ab, je näher wir dem Hafen und dem Bodden kamen. Näher am Wasser weniger Mücken? Hört sich komisch an, ist aber so!

[thumb:1555:l]Da es noch früh und fast hell war, habe ich mich auf ein Korkenschießen eingelassen. Ich hab zwar drei der vier Ringe getroffen, doch nur einer fiel um die Flasche und deshalb musste ich mich mit einer Flasche Fruchtiger Engel Pfirsich-Litschi begnügen. War aber auch besser so, da ich nämlich nur meine Fototasche dabei hatte und mit drei Flaschen Fahrrad fahren ist schwierig.

Das Fest wurde übrigens auch von Musik begleitet. Mit DJ. Der hat ganze Arbeit geleistet. Andauernd kam Ein Stern und D-I-S-C-O und dazwischen gab es Wolle’s Hölle, Andrea Berg und Konsorten. Das einzige Lied, das ich kannte, war Westerland. Ich konnte gestern abend gar nicht einschlafen, weil mir dauernd „She is D, she is I, she is S, …“ durch den Kopf ging. Brrrr!

[thumb:1523:r]Bevor das Feuerwerk anfing hatten wir uns bis zur rechsseitigen Mole vorgekämpft und hatten so einen optimalen Blick auf den Bodden und festen Untergrund für das Stativ. Das Feuerwerk war absolut fantastisch, trotz Genickstarre. Und da ich freihändig fotografiert habe, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und versucht, möglichst künstlerisch wertvoll verwackelte Bilder zu machen.

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Auf dem Rückweg vom Feuerwerk über das Festgelände haben wir uns vor allem dem Riesenrad gewidmet. Ich natürlich wieder frei hand. Dafür sind die Bilder meiner Meinung nach gut gelungen. Ich habe mich sogar einmal quer auf den Weg gelegt, damit ich möglichst verwacklungsfrei fotografieren kann und habe entsprechende Kommentare von den vorbeikommenden Festbesuchern hören dürfen.

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Wir bzw. besonders meine Begleiterin wurde öfter angesprochen, ob wir von der Presse seien. Wegen der Profi-Fotoausrüstung. Eine Gruppe junger Leute ließ sich sogar vor dem Segelschulschiff GREIF ablichten und die E-Mail-Adresse geben, damit sie das Foto zugeschickt bekommen. Danach gab es noch einige Fahrgeschäfte mit bunten Lichtern, die wir für würdig befanden, auch fotografiert zu werden.

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Zum Abschluss haben wir uns dann noch Crêpes gegönnt. Mjam. Und dann sind wir an einer Art Glücksrad vorbeigekommen, wo ich mich natürlich nicht zurückhalten konnte. Und ich habe sogar gewonnen. Das lag aber eher daran, dass es schon spät war und die Gewinne rausgeschleudert wurden. Das Ganze wurde von einer Computerzeitschrift organisiert und es ging eigentlich darum, Abonnenten zu gewinnen. Man steckte mir eine Schachtel mit dem vollmundigen Titel Megabox Digitale Fotografie und eine Ausgabe der Zeitschrift zu und ich musste einen Zettel ausfüllen. Noch während ich das tat, schaltete sich mein Gehirn wieder an und flüsterte mir zu, dass das bloß Abzocke sei. Doch da war es leider schon zu spät, denn ich hatte meine richtige Adresse aufgeschrieben. Da bin ich nun schon öfter umgezogen, u.a. um in solchen Momenten einen Vorrat an Adressen zu haben und wenn es darauf ankommt, versagt mein gesunder Menschenverstand!

[thumb:1565:r]Abgesehen davon, dass ich jetzt nicht vergessen darf, die Kündigungsfrist von 7 Tagen zu diesem kostenlosen Angebot Jahresabo einzuhalten, entpuppte sich Megabox als ein totaler Reinfall. Es soll sich um einen TOPKAUF! mit 5 Top-Programmen handeln. Vier kenne ich nicht und das fünfte ist Adobe Photoshop Elements. Toll?!? Nein, es handelt sich erstens um die Version 2.0 (aktuell ist 5.0) und um eine Tryout-Version, die man auch kostenlos runterladen kann! Ein Blick auf die Systemvoraussetzung bestätigt meine Befürchtungen bzgl. des Alters:

Pentium II 500 Mhz oder besser, 64 MB Hauptspeicher, mindestens 50 MB (bei Installation aller Programme mind. 500 MB) freier Festplattenspeicherplatz, Windows 98/ME/2000 oder XP, CD-ROM-Laufwerk, Maus, Drucker.

Dazu ist die Schutzfolie der Box an einer Stelle eingerissen und der Regen hat seine Spuren hinterlassen. Das sieht man übrigens auch auf obigem Foto (unten vorne ist eine Delle).

Naja, es war trotzdem ein sehr schöner Abend und vielleicht schaffen wir es ja auch noch heute zum Abschlussspektakel Ryck in Flammen. Es soll ein bengalischen Feuerwerk geben.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker