Klimaschutz: Eine unbequeme Wahrheit?

Live Earth LogoDas Live Earth Konzert am 07.07.07 rückt näher und die Aktionen zum Klimaschutz mehren sich.

  • Auf der Live Earth-Seite kann man seinen CO2-Fußabdruck (Carbon Footprint) berechnen lassen. Dazu man braucht allerdings die monatlichen Ausgaben für Strom und Heizung[1]. Weiterhin gibt es viele Tipps zur Reduzierung zu Hause, auf der Arbeit, beim Einkaufen, unterwegs und in der Gemeinde. Die für zu Hause haben natürlich vor allem den Vorteil, dass man außerdem selber Geld spart. Auf der Arbeit z.B. denkt man vielleicht nicht darüber nach, dass das Ausschalten des PCs über Nacht einen großen Beitrag leisten kann. Neben den üblichen, einfachen Verdächtigen (eigene Tasche zum Einkaufen statt Plastiktüte, Energiesparlampen statt regulärer Glühbirnen etc) wird die Palette erweitert um Tipps, die wirklich einiges Engagement verlangen, z.B. Petitionen zu starten oder den verantwortlichen Politikern zu schreiben.
  • NDR2 präsentiert das Hamburger Konzert (welches übrigens eine Menge wirklich sehenswerter Künstler anzieht: Liste bestätigter Künstler) und verlost Tickets für die besten Klima-Aktionen. Die Aussicht auf einen Gewinn erleichtert natürlich das Mitmachen. Letzte Woche gewann jemand, der sein Haus mit Sonnenkollektoren ausgestattet hat und ein Hybridauto hat. Dagegen erscheint das Fahren mit Rad statt Auto und das Austauschen aller Glühbirnen etwas mickrig. Aber jeder Beitrag zählt!
  • Das Pro7-Wissensmagazin Galileo startete CO2NTRA mit prominenter Unterstützung und Hinweisen, wie jeder seinen CO2-Ausstoß reduzieren kann. Die Tipps hier haben den Vorteil, dass sie mehr an das deutsche Verhalten angepasst sind. Denn hierzulande ist es ja schon üblich, dass man zum Einkaufen seine eigene Tasche mitbringt. Auch bei CO2NTRA hier kann man jede Menge gewinnen und das jede Woche, z.B. Tickets für Live Earth, ein Solarladegerät oder energiesparende Geräte. Als Hauptpreis winkt ein Energiesparhaus. Und wer beim CO2-Check sieben Reduktionsmaßnahmen aktiv befolgt, kann einen wirklich tollen Sonderpreis gewinnen.

Das Thema Klimaschutz liegt mir am Herzen und ich habe mich hier im Blog mit den Themen CO2-Ausstoß (Sylt statt Seychellen) und ökologischer Fußabdruck (Deutschland ist unterdurchschnittlich glücklich! Und du?) schon einige Male beschäftigt.

An Inconvenient Truth

Poster An Inconvenient TruthBevor Al Gore das „größte Benefizkonzert aller Zeiten“ ins Leben gerufen hat, hat er einen Film zum Thema Klimaschutz gemacht. Und dafür sogar einen Oscar gewonnen. Bevor ich überhaupt von Live Earth erfahren habe, habe ich mir An Inconvenient Truth vor kurzem endlich mal angesehen. Der Film basiert auf einer Slideshow, die Al Gore nach eigenen Aussagen schon über tausend Mal gehalten hat.

Zur Besprechung des Films gibt es von mir zwei Beiträge. Diesen hier, der sich neben dem Film noch mit anderen Aktionen zum Klimaschutz befasst und einen weiteren, der näher auf den Film eingeht und die Reaktionen, die er ausgelöst hat.

Falsches Bild von Al Gore

Der Film hielt einige Überraschungen bereit. Die meisten kennen den guten Al wahrscheinlich vor allem von den vorletzten Präsidentenwahlen in den USA. Damals dachte ich, er sei das kleinere Übel im Vergleich zu Dubya. Aber eindeutig positiv war auch Al Gore in meinen Augen nicht. Der Film hat diese Meinung zum großen Teil revidiert. Außerdem stellte sich heraus, dass er sehr witzig und selbstironisch sein kann. Er stellt sich z.B. mit den Worten vor

I’m Al Gore. I used to be the next president of the United States.

Al, der Klimaschützer

Athmosphärisches CO2 gemessen in Hawaii von 1958 bis 2006Al Gore wurde schon während seines Studiums mit den Zusammenhängen von globaler Erwärmung und CO2 in Berührung. Er studierte bei dem Ozeanographen und Klimatologen Roger Revelle, der schon 1957 den Treibhauseffekt vorhersagte.

Ein anderer Student von Revelle, Charles D. Keeling unternahm seit Ende der Fünfziger Messungen des CO2-Gehaltes. Der resultierende, charakteristische Graph spielt auch im Film eine Rolle.

Amerikanischer Maßimperialismus

Wo wir schon bei Graphen sind. Das bringt mich auf einen der großen Kritikpunkte des Films. Alle Maßeinheiten wurden im imperialen System gegeben. Es war doch von vornherein klar, dass dies ein internationaler Film werden würde. Und die Slideshow wurde auch überall auf der Welt vorgetragen.

Nur ist die USA noch so ziemlich das einzige Land, wo ausschließlich von Inches und Fahrenheit die Rede ist. Zum Glück hat sich sonst überall das Internationale Einheitensystem (SI) durchgesetzt.

Beim Treibstoffverbrauch von Autos ist man gar vollständig aufgeschmissen. In den USA wird dieser nach dem Maximalprinzip angegeben (miles per gallon), während wir an das Minimalprinzip gewöhnt sind (Liter pro 100km). Ein Vergleich ist da unmöglich. Was bedeutet also die Angabe 24,6 mpg, dem 2004er-Durchschnitt in den USA? Doch Wikipedia weiß Rat

  • Verbrauch in l/100 km = 235,21458 / mpg
  • Verbrauch in mpg = 235,21458 / l/100 km

Aha, das heißt also 235,21458 / 24,6 = 9,56 l/100km. Der lag in Deutschland im gleichen Jahr laut Umweltbundesamt bei 7,8 l/100km (siehe dort erste Abbildung auf der rechten Seite). Selbst 1991 lagen wir hierzulande mit 9,1 l/100km noch unter dem amerikanischen Durchschnitt.

Der oben angebene amerikanische Durchschnitt beeinhaltet aber auch so genannte Light Trucks, die einen höheren Verbrauch haben. Laut dem Automotive Fuel Economy Program Annual Update 2003 (Table II-3), hatten die Passenger Cars 2003 durchschnittlich einen mpg-Wert von 29,5. Das entspricht dann 8,0 l/100km. Das ist vergleichbar mit deutschen Werten. Aufregung völlig umsonst!

Wo sich die amerikanischen Geister und die des Restes der Welt scheiden ist die Vorgabe der Standards, die in den USA weit niedriger sind:

Kraftstoffverbrauch-Standards weltweit

Das war es fürs Erste bzgl. des Films. Mehr gibt es in einem zweiten Beitrag im Laufe der Woche. Nun aber noch einmal zurück zu Websites und Aktionen.

Pledge Widget: Schöne Idee, die leider nicht funktioniert

Natürlich gibt es auch zum Film eine eigene Seite zum Klimaschutz. Auf der offiziellen Seite www.climatecrisis.net gibt es neben den obligatorischen Tipps zur Reduktion des CO2-Ausstoßes auch extra für Blogger das Angebot, eine Domain zu registrieren und ein Widget einzubauen. Aber leider ist da bei der Realisierung einiges schief gelaufen.

Das fängt damit, dass bei der Eingabe die deutsche Tastatur ignoriert wird. Bzw. solange man nicht den Internet Explorer verwendet. Sowohl bei Opera als auch bei Firefox muss ich mit die Sonderzeichen für E-Mail-Adresse und Blog-Url mühsam durch Raten zusammensuchen (Hinweis: das @-Zeichen findet man mit Umschalt-2).

Und dann soll angeblich eine E-Mail mit dem Widget-Code unterwegs sein. Ist aber leider auch nach einigen Tagen noch nicht angekommen! Vielleicht im Spamfilter gelandet? Also mit einer anderen E-Mail-Adresse versucht. Aber da bekam ich den Hinweis, dass die Domain schon registriert sei. Also einfach den letzten Schrägstrich weggelassen. Funktionierte wunderbar. Bis auf die Tatsache, dass keine E-Mail ankam. Ok, dann mit dem IE versucht. Positiv: deutsche Tastatur funktioniert hier. Bei der benötigten URL einfach noch index.php angehängt. Negativ: auch hier kam keine E-Mail an. Langsam gehen mir die URLs und E-Mail-Adressen aus!

kurzes Update in Form einer Umfrage zum Thema:

Ergebnis der Umfrage zum Klimaschutz

Hinweis: da das Umfrage-Plugin mittlerweile nicht mehr aktiv ist, ist hier ein Screenshot des Ergebnisses zu sehen

  1. Der Score kann zwischen 150 und 900 liegen, je geringer desto besser. Mein jährlicher Ausstoß beträgt 3,5 Tonnen und mein persönlicher Wert ist 199, also gar nicht so schlecht []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Klimaschutz: Eine unbequeme Wahrheit?“

  1. Hallo,
    mich würde interessieren wo ich den Film „An Inconvenient Truth“ bekomme. Gibt es den in der Videothek, Kino oder TV?

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