Rettet das Kleinod

Rettet das Kleinod! 8)„Was für ein Glücksfall! Dass ich sowas noch erleben darf! Ein echtes Kleinod!“, schrie Finley und hüpfte aufgeregt im Kreis. „Ja, das ist wohl wahr. Mir wird auch schon ganz blümerant zumute!“, warf Gideon ein, als sein bester Freund mal kurz zur Ruhe kam.

Doch warum waren die beiden so aus dem Häuschen? Lasst uns von vorne beginnen. Am Abend zuvor trafen sie auf einen Dreikäsehoch names Jonte, der ihnen eine unglaubliche Belohnung versprach. Und etwas wirklich Einmaliges. Der Abend war schon ungewöhnlich genug, begann er doch mit einem Labsal, wie die beiden Abenteurer es noch nicht erlebt hatten. Sie wunderten sich, wie so ein Jüngling sie bezahlen wollte. Doch machte er den Eindruck, als ob er wusste, was er tat.

Bevor Jonte jedoch zum eigentlichen Thema kam, mühte er sich, die beiden ordentlich bauchzupinseln. Er musste absolut sicher sein, dass sie ihm alles glauben würden und alles tun würden, was er verlangte. Sie sollten seinen Augenstern wiederfinden und das würde keine leichte Aufgabe werden.

Der Abend zog sich hin und so langsam rückte Jonte mit seinem Plan raus. Natürlich waren Finley und Gideon zu Beginn nicht sehr begeistert. Doch sie konnten nicht mehr zurück. Zu sehr waren sie schon in Jontes Bann gezogen. Schließlich willigten sie ein, den waghalsigen Plan in die Tat umzusetzen.

Noch in derselben Nacht tätigten sie eine fernmündliche Anfrage. Und entgegen aller Erwartung brachte sie sie weiter in ihrer Suche. Der Hinweis brachte sie zu einem verlassenen Lichtspielhaus, das schon halb zerfallen war. Hier hatte ein Brand vor einigen Jahren fast alles verwüstet und weitere Spuren ließen sich anscheinend nicht so einfach finden.

Schließlich hatten Gideon und Finley Glück und fanden die holde Schönheit, von der Jonte berichtet hatte. Doch diese feengleiche junge Dame war nicht das eigentliche Ziel. Es handelte sich vielmehr um das, was sie trug. Ihr Schlüpfer war der begehrte Gegenstand. Doch warum wollte Jonte den so unbedingt haben? Vielleicht, weil er einst Paul McCartney gehörte, der dieses Stück Unterwäsche schon seit seinen Hamburger Tagen als Glücksbringer hütete?

Plötzlich ging alles sehr schnell, denn der gute Sir tauchte höchstpersönlich auf. Und verlangte sein Eigentum zurück. Doch Finley und Gideon wähnten sich im Recht, waren sie doch zuerst aufgetaucht. Ein kleines Scharmützel entbrannte, das von der holden Schönheit unterbrochen wurde.

Sie sprach mit einer seltsam resonanten Stimme und übertönte so die Kämpfenden. Sie sprach: „Nun ist genug. Dieser Schlüpfer wurde mir von Artjom geschenkt und zwar vor über 70 Jahren. Es kann sich gar nicht um den Glücksbringer vom cute Beatle handeln! Ihr wurdet von Jonte geschickt, richtig? Der wollte den schon immer haben, schon als wir zusammen waren.“

Die drei standen wie von Donner gerührt. Paul bemerkte, dass es sich tatsächlich um einen zum Verwechseln ähnlichen Schlüpfer handelte, aber eben nicht um seinen. So machte er einen verünglückt eleganten Abgang und überließ Finley und Gideon dem Rätsel, wer Artjom sei und warum der vor 70 Jahren ein solches Geschenk gemacht hatte.

Endlich klärte die junge Dame sie auf. Das inzwischen arg verlotterte Kleidungsstück verleiht ewiges Leben, dem der es trägt. Allerdings nur Frauen, Männer werden verjüngt. Weshalb Jonte es wiederhaben wollte, um ihn linksrum anzuziehen, denn dann würde er endlich wieder altern. Und deshalb hatte er die beiden Abenteurer engagiert, damit sie es ihm zurückbringen. Wenn nötig mit Gewalt.

Sie meinte, das sei jedoch nicht nötig. Sie habe genug, das Stück Baumwollle sei ihr über und sie wolle endlich altern. Sie habe genug vom Leben durch die Augen einer 17-jährigen gesehen. Es sei Zeit, erwachsen zu werden. Einer der beiden dürfe das Kleidungsstück behalten (aber nicht Jonte geben) und der andere dürfe sie heiraten.

Diese Aussage verleitete die beiden Abenteurer zu obigen Ausrufen. Da sie sich aber nicht einigen konnten und außerdem ihr Auftrag und die Belohnung wichtiger waren, brachten sie den Schlüpfer zu Jonte, dem er zwischen den Fingern zerfiel. Das Mädel war natürlich in der Zwischenzeit beleidigt abgezogen und so wurde an diesem Tag keiner glücklich. Jonte würde nicht altern, Finley und Gideon bekamen keine Belohnung, die holde Schönheit würde nicht heiraten und Sir Paul ist immer noch auf der Suche nach seinem Glücksbringer.

Schon wieder wahnsinnig geworden? Nein, ein neuer Wettbewerb, diesmal von Falk, in dem die „bedrohten Wörter“ in eine Story verwurschtelt werden sollen. Laut Spiegel Online die Siegerwörter im Wettbewerb „Das bedrohte Wort“:

  1. Kleinod
  2. blümerant
  3. Dreikäsehoch
  4. Labsal
  5. bauchpinseln
  6. Augenstern
  7. fernmündlich
  8. Lichtspielhaus
  9. hold
  10. Schlüpfer

Via Phil. Vornamen stammen von der Seite Seltene Vornamen auf Beliebte-Vornamen.de. Sir Paul hatte die Ehre dieses Kurzauftritts, weil er heute 65 wird!

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Rettet das Kleinod“

  1. Hui, wie cool.

    „Via Phil“… Hrr, das zergeht einem auf der Zunge 😉
    Aber sehr coole Story, kannst gut schrieben.

  2. Gern geschehen der Herr! Und danke für das Lob!

    Kommt gleich zurück 🙂 Deine Geschichte klingt super und sehr viel logischer und strukturierter. Ich habe einfach drauf los geschrieben und mich dann irgendwie verstrickt…

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