Die Kunst des Sich-In-Listen-Eintragens

Angenommen man bekommt die Aufgabe, sich in eine Liste einzutragen, die mit der Aufforderung „Bitte lesbar in Druckbuchstaben“ überschrieben ist, was tut man der gemeine Student[1]?

  • Alle Daten (ganz besonders den Namen) so schreiben, als ob man unterschreiben würde.
  • Eine E-Mail-Adresse wählen, die aus absurden Phantasienamen und wirren Buchstabenkürzeln besteht.
  • Jede Gelegenheit nutzen, die abgefragten Informationen kryptisch zu verschlüsseln.

Wenn man alle diese Regeln befolgt, kann man sicher sein, dass demjenigen, der die Daten „digitalisieren“ soll im Verlauf graue Haare wachsen.

Der findige Digitalisierer kommt vielleicht auf die Idee, sich die Daten gleich per E-Mail schicken zu lassen. Dann hat man alles schwarz auf weiß und garantiert eine gültige E-Mail-Adresse. Doch weit gefehlt. Denn es gibt eindeutige Nachteile

  • Die Nachrichten trudeln so nach und nach ein und keiner weiß, ob nun tatsächlich jeder wusste, dass eine E-Mail verlangt war.
  • Die allermeisten vergessen den allergrößten Teil der benötigten Daten anzugeben.
  • Aufgrund der abenteuerlichen E-Mail-Adress-Konstruktionen ist es sehr wahrscheinlich, dass die E-Mail im Spamordner landet.

Dann könnte man noch auf die Idee kommen, ein Formular auf einer Webseite zu konstruieren, wo die benötigten Daten als erforderliche Angaben abgefragt werden. Ja, das wäre schön, aber die bürokratische Adminstration sieht solche Spirenzchen nicht vor.

Das wollte ich nur mal loswerden. Und dem interessierten Leser sei der Tipp gegeben, beim nächsten Mal das mit den Druckbuchstaben bitte zu beherzigen.

  1. Hier ist gemein im Sinne von allgemein gemeint. Obwohl man auch auf die Idee kommen könnte, es sei im Sinne von bösartig gemeint []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Die Kunst des Sich-In-Listen-Eintragens“

  1. Nein, in diesem Fall ging es um eine abgewandelte Teilnehmerliste, d.h. wer wo wann teilnehmen will.
    Aber im Zuge des Semesters kann es dann schon zu Anwesenheitslisten kommen. Dies allerdings auf ausdrückliches Verlangen der Studenten selber, die wiederum indirekt angestachelt wurden von der Prüfungs-/Studienordnung.
    Ich habe mich auch immer gegen so was wie „Sitzscheine“ gewehrt, aber man macht dann doch im Endeffekt mit, weil man ja nicht wegen der empfundenen Unsinnigkeit ein Jahr Studienzeit verlieren will.

Kommentare sind geschlossen.