Temperaturunterschiede

Gefühlte Temperatur in GreifswaldGestern und heute gibt es ein interessantes Wetterphänomen im Norden. Warme Luft aus Südwesten und kalte Luft aus Nordosten treffen sich und so werden es in Niedersachsen (Osnabrück, Nordhorn) bis 13 Grad, während es in Greifswald, Wolgast und Rügen -2 Grad werden sollen. Mein touchtheSky-Widget von Opera sagt mir, dass es heute morgen allerdings noch gefühlte -16 Grad in Greifswald sind (reale Temperatur: -8 Grad) durch den leichten Südost-Wind (14 km/h SE in der Grafik).

In der dieswöchigen Ausgabe des Greifswalder Anzeiger gibt es auf der Titelseite ein Gespräch mit Stefan Kreibohm (der mit dem Puschelmikrofon vor dem Leuchtturm auf Hiddensee). Im Artikel heißt es zu Beginn

Der diesjährige Winter ist eindeutig zu warm. Sechs Grad Celsius[1] über dem Mittelwert bewegen sich die durchschnittlichen Temperaturen seit Winteranfang. Der Grund dafür, weiß Stefan Kreibohm, der im Meteomedia-Studio Hiddensee das Wetter beobachtet, sei die konstante Wetterlage: “Seit Wochen haben wir einen kräftigen West-/Südwestwind”, der bis weit bis nach Mitteleuropa hinein bis Moskau und St. Petersburg, zum Teil bis zum Ural zu spüren ist. Die Folge der zahlreichen und kräftigen Tiefs: In breiten Teilen Europas konnte der Winter keinen Einzug halten. Dieses Phänomen habe es laut Statistik zuletzt 1974/75 gegeben.

Sieht so aus, als ob der Nordost-Wind (bzw. Südostwind) zur Zeit auch was zu melden hat. Vielleicht wird es doch noch ein wenig Winter. Aber solange es nicht so kalt wird wie letztes Jahr (gefühlte Temperatur auch tagsüber unter -20 Grad), kann es mir recht sein.

  1. Lernt man nicht in der Schule, dass Temperaturdifferenzen in Kelvin angegeben werden? []

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker