Spaß mit den Empfehlungen von Last.fm ODER warum ich Radiohead mögen sollte

Last.fmLast.fm hat diese schöne Funktion, dass man Empfehlungen (Recommendations) bekommt. Die basieren auf der Tatsache, dass andere Leute ähnliche Musik hören wie du. Wenn man sich Bands/Künstler empfehlen lässt, kann man wählen, ob das eher obskure oder mehr populäre Künstler sein sollen (sogar mit Slider!).

Ich habe das einmal ausprobiert. Wenn ich den Slider ganz auf obscure ziehe, dann bekomme ich einen einzigen Vorschlag:

  • Phil Collins – ähnlich wie Bryan Adams, Genesis, Elton John und Michael Jackson

Ein wirklich ganz obskurer Vorschlag! Und was habe ich denn da in der letzten Woche gehört? Dazu später mehr. Erstmal spiele ich noch ein bisschen mit den Recommendations von Last.fm. Schiebe ich den Regler in Richtung popular passiert lange nichts. Auf halbem Wege etwa kriegen wir Gesellschaft aus Schottland:

  • Travis – ähnlich wie Coldplay, Oasis, Keane und Stereophonics

Etwas weiter geht es Schlag auf Schlag mit drei weiteren Neuzugängen:

  • Dire Straits – ähnlich wie Mark Knopfler, Pink Floyd, Eric Clapton und Queen,
  • Creedence Clearwater Revival – ähnlich wie The Rolling Stones, Led Zeppelin, The Beatles und The Who,
  • The Police – ähnlich wie U2, Sting, The Beatles und R.E.M.

Hier ist auffällig, dass dies vor allem Bands und zugehörige Einzelkünstler sind. Nach 2/3 der Strecke gesellen sich – man stelle sich diese Kombination bitte jetzt mal bildlich vor – folgende Künstler hinzu:

  • Garbage – ähnlich wie No Doubt, Placebo, Madonna und The Cardigans,
  • Michael Jackson -ähnlich wie Madonna, Queen, Prince und The Beatles

Erstaunlich, dass die beiden ähnlich wie Madonna sein sollen. Dann dauert es wieder eine Weile, bis mir schließlich zwei wahrlich populäre Bands empfohlen werden:

  • Pearl Jam – ähnlich wie Soundgarden, Nirvana, Alice in Chains und Stone Temple Pilots,
  • The Doors – ähnlich wie Led Zeppelin, Pink Floyd, The Beatles und Jimi Hendrix

Da beginne ich echt zu zweifeln, was ich die letzten Tage so alles gehört habe. Aber bei über 12.000 Songs (plus Podcasts plus Hörbücher) verstecken sich schon so einige interessante Sachen in Compilations etc. Allerdings finde ich gerade die beiden Exemplare gar nicht gut. Man möge es mir verzeichen, ist einfach nicht meine Musik. Jim Morrison halte ich für kein Genie, der geht einem nur auf die Nerven mit seinem psychidelisch-überzogenen Quatsch. Ok, weiter geht es. Kurz vor wirklich ganz beliebt dann zwei weitere Überraschungen:

  • blink-182 – ähnlich wie Green Day, Sum 41, Fall Out Boy und Taking Back Sunday
  • The Pixies – ähnlich wie Radiohead, Sonic Youth, The Arcade Fire und The Velvet Underground

Und als ich dann schließlich ganz am Ende angekommen sind, gibt es eine große Erweiterung an Vorschlägen:

  • Franz Ferdinand – ähnlich wie The Strokes, The Killers, The White Stripes und Kaiser Chiefs
  • David Bowie – ähnlich wie The Beatles, Radiohead, Bob Dylan und The Velvet Underground
  • Led Zeppelin – ähnlich wie Pink Floyd, Jimi Hendrix, The Beatles und The Doors
  • Muse – ähnlich wie Radiohead, Placebo, Coldplay und The Killers
  • Beck – ähnlich wie Radiohead, The Flaming Lips, The White Stripes und The Beatles
  • Pink Floyd – ähnlich wie Led Zeppelin, The Beatles, The Doors und Radiohead
  • The Smashing Pumpkins – ähnlich wie Radiohead, Nirvana, Nine Inch Nails und Weezer
  • Gorillaz – ähnlich wie Coldplay, Franz Ferdinand, The White Stripes und Radiohead

Und da beißt sich auch schon die Katze in den Schwanz. Sechs von den acht letzten sind (angeblich) ähnlich wie Radiohead. Die mag ich jetzt auch nicht sooo gerne. Ok, gibt vielleicht einige schöne Lieder, aber die Künstlerbeschreibung bringt es auf den Punkt:

They have often been praised as being amongst the most creative musical groups of their era, noted for their multilayered songs and often radical evolutions from album to album.

Man hat ja gar keine Chance, die zu mögen, weil man sie gar nicht einschätzen kann. Was ich bisher von denen gehört habe, hat mir nicht gefallen. Ich habe eine Compilation To The Edge And Back, wo Fake Plastic Trees drauf ist (fünf-häufigst-gespielte Lied von Radiohead bei Last.fm). Das finde ich ausnahmsweise gut, habe ich 4 von 5 Sternen gegeben. Aber da fangen die Probleme an.

Ich habe mich nämlich diese Woche auf ScrobblerDJ verlassen. Das ist ein Plugin für MediaMonkey, das die Vorteile von Last.fm als Online-Katalog und deiner lokalen Musikbibliothek vereint. ScrobblerDJ schickt den aktuellen Song an Last.fm und guckt, welche ähnlichen Künstler es gibt und wenn du einen in deiner Sammlung hast, dann wird ein Song dieses Künstlers als nächstes gespielt. Klappt meistens ganz gut. Wenn es dann nicht so eine Schleife bei Radiohead gäbe. Alle sich in meiner Sammlung befindlichen Radiohead-Lieder haben ihren Weg dorthin über Compilations gefunden:

  • Alternative Ballads – The Best of Britain and Beyond: Karma Police
  • Alternative Ballads 2: Bullet Proof… I Wish I Was
  • Help – A Day in the Life: I Want None Of This
  • Romeo + Juliet: Talk Show Host
  • The Alternative Album 2: Pyramid Song
  • The Alternative Album 4: There There
  • To the Edge and Back: Fake Plastic Trees

Und alle bis auf das letzte habe ich mit 2 bis 3 Sternen bewertet. Und damit schicke ich ScrobblerDJ in die Schleife, weil höher bewertete Songs bevorzugt werden. Es sollte eine weitere Option für die Auswahl der Songs geben, dass die, die schon mindestens so und so oft in einer gewissen Zeitspanne gespielt wurden, auf den Index kommen.

Da ich jetzt die ganze Zeit Radiohead gespielt habe, komme ich sicherlich in noch viel schlimmere Schleifen rein?!? Wir werden sehen. Bei den Gorillaz hat es auch schon angefangen, da habe ich nur Clint Eastwood. Allerdings fällt die Bewertung mit 2 1/2 Sternen relativ gering aus.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

3 Gedanken zu „Spaß mit den Empfehlungen von Last.fm ODER warum ich Radiohead mögen sollte“

  1. Und aus welchem Grund, wenn ich fragen darf? Magst du Radiohead und die Gorillaz? Oder vielleicht The Doors? (Sorry, falls ich dir da auf die Füße getreten bin). Auf deinem Amazon-Wunschzettel sind ja nur Bücher, so kann man deinen Geschmack schlecht einschätzen 😉
    Oder liegt es an den „ähnlich wie“ Künstlern? Ich möchte zu meiner Verteidigung sagen, dass diese Woche wirklich ScrobblerDJ sehr viele Künstler rausgesucht hat, von denen ich nur wenige Songs habe (Kuschelrock ist schuld!)
    Das hier sind wöchentliche Empfehlungen. Von meinen Gesamt-Favoriten tauchen hier nur die Beatles und The Who auf.

  2. Musik ist Geschmackssache, entweder sie gefällt oder nicht, das kann man nicht begründen.
    Zu den Bands: Nein, nein und nein.

    Ich kann an dieser Stelle ganz locker, flockig auf meinen Zweitblog. Generell wirst du sehen, dass ich es recht poppig mag. Ich bin aber sehr tolerant und halte Menschen mit einem anderen Musikgeschmack nicht per se für schlecht :-).

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