Fünf Monate Bauzeit für drei Tage Einsatz

Ein weiterer Aufreger aus der Region: In Heiligendamm begannen gestern (am letzten Mittwoch?) die Bauarbeiten zum Sicherheitszaun, der etwa eine Million Euro pro Kilometer kostet (12,5 Mio für 12 km). Beschützen soll er die Regierungschefs, die sich im Juni zum G8-Gipfel treffen. Dann wird ein großes Gebiet abgesperrt sein und man kommt nur noch mit Genehmigung rein.

Für die Region soll sich das aber dennoch lohnen, weil es wohl viele Tagesausflügler zum Zaun ziehen wird. Und da McPom hauptsächlich vom Tourismus lebt, ist das nur positiv zu beurteilen. Andere sehen das anders und es gab schon zahlreiche Proteste und es soll noch weitere geben. Vor allem geht es um die Kosten und die EinschränkungVerhinderung der Möglichkeit zum Demonstrieren.

Ich bin mir noch nicht ganz so sicher, wie ich das beurteilen soll, tendiere zur Zeit aber zu fassungslosem Kopfschütteln. Das ist ja noch um einige Größenordnungen unglaublicher als der Bush-Besuch im Juli letzten Jahres in Stralsund. Damals regte man sich über eine Freiheitsstatue mit Stinkefinger auf, die in Greifswald im Rahmen eines Theaterstücks aufgestellt war.

Weitere Informationen zum Zaunbau findet man bei NDR (G8-Gipfel: Aufbau des Sicherheitszauns beginnt), im MV-Blog („Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“), in der Ostseezeitung (Baubeginn für Sicherheitszaun in Heiligendamm) und bei Thomas Trüten (Umzäunte Demokratie).

Ungefährer Verlauf des Sicherheitszauns um Heiligendamm zur G8 2007Foto: IndyMedia

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker