Klischees, Ursachen und mathematische Leistung

Auf join-the-dots habe ich den Beitrag stereotypes, causes, and math performance gefunden, der im Original so lautet:

Article in Science (abstract, full text) on how women’s math performance is affected by whether they are considering genetic or experiential accounts for the stereotype of women#s underachievement in math.

Stereotype threat is when exposure to a self-relevant stereotype (e.g., regarding something like gender or race) causes someone to behave in such a way that perpetuates the stereotype. The authors of this article wanted to determine whether the causes given for women’s underachievement in math (namely, genetics or experience) affected women’s math performance, i.e., whether stereotype threat was affected by the causes given for that stereotype. (Note that the study was NOT intended to address the question of whether there are innate sex differences in math performance.) To test this, women were given a math test, then an essay to read, and then another math test. The essay either claimed that math-related sex-differences are genetic, experiential, or don’t exist. The women who were given essays stating that math-related sex-differences don’t exist or are due to experience significantly outperformed women who were given essays that claimed genetic causes. Interesting, huh?

(Thanks to Julia for pointing out the article.)

Anmerkung: Ich bin nicht gemeint mit obiger Julia, die die Verfasserin Hanna auf den Artikel hingewiesen hat.

Mein Versuch der Übersetzung:

Artikel in Science ([…]) über die Art, wie die mathematische Leistung von Frauen dahingehend beeinflusst wird, je nachdem, ob sie Klischees mit einbeziehen, die die schwächere mathematische Leistung von Frauen der Genetik oder der Erfahrung zusprechen.

Klischee-Bedrohung tritt auf, wenn ein selbstbezogenes Klischee (z.B. die Rasse oder das Geschlecht betreffend) jemanden dazu bringt sich entsprechend des Klischees zu verhalten. Die Autoren des Artikels wollten herausfinden, ob die gegebenen Begründungen für schlechtere mathematische Leistungen von Frauen (in diesem Fall Genetik oder Erfahrung) diese beeinflussen, d.h. ob die gegebene Begründung Auswirkungen auf die Klischee-Bedrohung hat. (Anmerkung: diese Studie hatte nicht das Ziel, die Frage zu beantworten, ob es einen angeborenen Geschlechterunterschied in mathematischer Leistung gibt.) Der Test bestand darin, dass die Frauen einen Mathetest absolvierten, dann einen Aufsatz zu lesen bekamen und dann einen weiteren Mathetest. Im Aufsatz hieß entweder dass mathematische Geschlechterunterschiede genetisch sind oder auf Erfahrung beruhen oder gar nicht existieren. Die Frauen, die Aufsätze zu lesen bekamen, in denen es hieß, dass mathematische Geschlechterunterschiede nicht exisiteren oder auf Erfahrung beruhen, zeigten eine signifikant bessere Leistung, als die Frauen, denen Aufsätze mit einer genetischen Begründung gegeben wurden. Interessant, oder?

Fazit: wenn man jemandem sagt, dass er von Natur aus (= genetisch) dumm ist, dann wird er sich auch entsprechend verhalten. Sowas nennt man wohl eine selbsterfüllende Prophezeihung. In diesem Zusammenhang möchte ich schnell noch ein Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme einwerfen: „Dumm ist der, der Dummes tut.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker