Burns Supper (sort of)

Heute ist Burns Night und vor acht Jahren wollte ich diese nochmal unbedingt in Schottland erleben. Nun, manche Wünsche gehen in Erfüllung… Und das Gericht ist auch fast echt, wenn man vom vegetarischen Haggis mal absieht:

Zutaten
Haggis, Neeps and Tatties

Wer sich über die Beschriftung swede wundert und anmerken möchte, dass das kein turnip ist, dem sei gesagt, dass das die Kurzform von swedish turnip ist (Steckrübe). Immerhin ist das Ding 100% schottisch! Die Zutaten beim echten Haggis kann man Ausländern (insbesondere Amis) damit schmackhaft machen, dass man sie als “it’s just offal” [=awful] beschreibt. Schmeckt aber sehr lecker und der vegetarische riecht zumindest genauso.

Geschält und geschnitten
Peeled and “cubed”, ready to be boiled

Offiziell müssen Kartoffeln und Rüben getrennt gekocht werden, aber das war mir zu aufwändig. Den Haggis kann im Ofen machen (70 Minuten – nein danke) oder in die Mikrowelle schieben.

Der fertige Haggis
Nach 10 Minuten Wellenbeschuss sieht es vegetarisch so aus.

Wie man im Bild oben sieht, könnte man den vegetarischen Haggis nicht als look-a-like verkaufen, da er wesentlich heller und grobkörniger ist. Schmeckt aber natürlich auch sehr lecker.

Fertiges Burns Supper
Das mashing geschieht hier on-the-fly.

Natürlich darf das berühmte Address to a Haggis nicht fehlen. Also stimmt alle gemeinsam mit an:

Address to a Haggis Address to a Haggis Translation

Aus Alt mach Neu: Kopfkissenbezug zu Hülle für iPad & kindle

Ein Fehlkauf beim schwedischen Möbelhaus hat mich beinahe dazu gebracht, die zu kleinen Kopfkissenbezüge als Putzlappen o.Ä. zu verbrauchen. Doch dann hatte ich die Idee, diese umzunähen und einer neuen, langlebigeren Bestimmung zuzuführen. Das Ergebnis gewinnt keinen Schönheitswettbewerb, aber nun endlich sind iPad und kindle beim Transport gut geschützt.

Wer vielleicht vor einem ähnlichen Problem steht, dem sei hiermit die Inspiration geliefert, es auch einmal selbst zu versuchen. Man benötigt:

  • Kissenbezug mit genug Stoff zum Umnähen (40×80 reicht für Tablet und e-Book-Reader)
  • Nähmaschine (oder Nadel und Faden, aber das ist anstrengender)
  • Kreide o.Ä. zum Anzeichnen
  • Druckknöpfe (optional)
  • Werkzeug für Druckknopf-Anbringung (Zange, Hammer etc)

Zuerst die Geräte anlegen und sich überlegen, wie der Stoff aufgeteilt werden soll. In meinem Fall sollte das Kissen längs umgeschlagen werden, so dass auch noch genug übrig bleibt, um Knöpfe zum Verschließen anzubringen.

Abmessen mit Tablet
Beim Abmessen etwa jeweils 2cm Rand lassen.

Nach dem Abmessen das Kissen zerschneiden. Ich habe es der Länge nach geteilt und etwas mehr als die Hälfte für das iPad genommen, da der kindle etwas kleiner ist.

abgenähte Schnittkante
Schnittkante abnähen.

Dann folgt der entscheidende Schritt, wo die Tasche in der richtigen Größe genäht wird.

Angemalter Stoff
Das Gerät anlegen und anzeichnen, wie viel Platz man mindestens benötigt.

Wenn das Gerät nach dem Umdrehen in die Tasche passt, sind wir fast fertig.

genähte Tasche
Umgedreht und Ecken ausgebeult.

Optional können noch Druckknöpfe zum Verschließen angebracht werden.

Liebster Award 2014

Das Jahr neigt sich dem Ende und bevor ich mich (wahrscheinlich) von hier aus für dieses Jahr abmelde, gibt es noch ein Stöckchen abzuarbeiten. Das kommt in diesem Fall in Form eines Awards und Beety vom Knarzwerk hat mir den verliehen. Besten Dank dafür!

Liebster-Blog-Award

Als Teil des Awards habe ich elf Fragen zu beantworten:

  1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
    Das ist nun exakt neun Jahre her, dass ich beschlossen habe, auch ins Internet zu schreiben, nachdem ich schon einige Jahre Blogs gelesen hatte. Es ging anfangs schleppend voran mit wenigen Beiträgen und noch weniger Kommentaren, da ich das mit der Vernetzung nicht so ganz hinbekommen habe. Das lag wohl daran, dass ich als Leser hauptsächlich nach Amerika geschaut habe.
  2. Worüber würdest du nie auf deinem Blog schreiben?
    Einige Sachen, die ich jetzt nenne, könnte man je nach Definition doch in meinem Blog finden, aber ich würde nie allzu Privates und Kleinkram posten. Als Erklärung muss herhalten, dass sich meine Meinung was “bloggenswert” ist in den neun Jahren etwas geändert hat.
  3. Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären?
    Klar, ich habe nette Leute kennengelernt, Promo-CDs und Test-Geräte bekommen. Neben den postalischen, seltenen Aufmerksamkeiten habe ich hauptsächlich meinen Horizon stark erweitert.

Eine Woche voller Läufe = ein Mini-Streak

Diese Woche habe ich es geschafft, jeden Tag laufen zu gehen, was man einen streak (Ader, Spur) nennt. Ron Hill feiert im Dezember das goldene Jubiläum, aber auch er hat an einem Tag mal angefangen. Jedenfalls ist das eine sehr gute Motivation und es ist wirklich nicht so schwer, jeden Tag 3 Meilen bzw. 5 Kilometer zu laufen. Ich habe es evtl. ein bisschen übertrieben, was Konsequenzen hatte, doch fangen wir von vorne an. Das hier war die Trainingswoche für Advent Running, wo aufgerufen wird, dass man vom 1. bis 25. Dezember jeden Tag mindestens 30 Minuten läuft. Wenn alles nach Plan läuft, werde ich den Streak also noch ein bisschen erweitern.

Trainings-Log
Meine Laufwoche laut Strava (Klick für größere Version)

Die gelben Kreise bedeuten Workouts, d.h. da habe ich sowas wie Intervalltraining betrieben. Am Freitag bin ich bewusst langsam getrottet, um meinen Puls unter 140 zu halten. Das habe ich gerade so geschafft, aber bei einer absolut unterirdischen Pace. Gestern war ich mal wieder beim Parkrun und bin schnell, aber nicht volle Anstrengung gelaufen, d.h. 30 Sekunden unter meiner Parkrun-PB und 40 Sekunden unter meiner 5K-PB. Ich hatte nämlich heute ein weiteres Rennen.

Wie im letzten Jahr gab es ein Handicap-Rennen am/zum Cauldstane Slap (Link mit Bildern) in den Pentland Hills. Bei einem Handicap-Rennen startet der langsamste Läufer zuerst und der nächste, der z.B. 2 Minuten schneller eingeschätzt wird, 2 Minuten später usw. Wenn alle Teilnehmer ihre eingeschätzte Zeit laufen, kommen alle gleichzeitig ins Ziel. Ich wurde auf 2 Minuten schneller als letztes Jahr hochgestuft. Mal sehen, ob das geklappt hat!

Rennbericht: St Andrews Uni Tri Team Autumn Duathlon

Öfter mal was Neues und heute habe ich mich in das Abenteuer Duathlon gestürzt und zwar den St Andrews Uni Tri Team Autumn Duathlon. Das war ein wirklich tolles Erlebnis und deswegen gibt es hier einen “kleinen” Bericht dazu. Es lief nicht alles glatt, aber das lag nicht am Neuland, sondern eher an den Umständen.

Wie ich schon im Beitrag zum neuen Fahrrad erwähnte, stand die Verbindung von Laufen und Radfahren (plus evtl. Schwimmen) schon länger auf dem Plan.

Ausgesucht hatte ich mir dieses Rennen, weil die Distanz 5km Laufen + 20km Radfahren + 2.5km Laufen einfach zu bewältigen ist und mir einen guten Einblick bieten sollte. Windböen über 70km/h haben die Sache stark erschwert, aber dafür kann der Duathlon ja nichts. Doch fangen wir von vorne an.

5km Laufen: Das lief soweit ganz gut bis auf den Start, wo mir ein enthusiastischer Armwedler seinen Ellenbogen voll auf die Brust gerammt hat. Das sollte noch Konsequenzen haben. Ich hatte mir vorgenommen ungefähr einen Schnitt von 5min/km zu laufen und das hat auch knapp geklappt.

Laufroute
Zweimal quer durch die Anlagen der Sportfakultät.

Transition 1: Da ich mich gegen Clipschuhe entschieden habe (Laufschuhe ohne Schnellverschluss), musste ich nur meinen Helm aufsetzen, Fahrrad abhängen und damit loslaufen. Man muss den Helm anziehen und verschließen, bevor mand das Rad anfassen darf und erst nach einem bestimmten Punkt aufsteigen. Das hat wunderbar geklappt und ich war ziemlich schnell.

Plan: keine unnötigen physischen Dinge kaufen. Ergebnis: Zweitfahrrad

Anfang des Jahres habe ich beschlossen, nur noch maximal ein unnötiges Ding pro Monat zu kaufen. Das hat mehr oder weniger geklappt (mal abgesehen von DVDs mit John Cusack und Doctor Who), aber Anfang September habe ich nicht nur gegen diese Regel verstoßen, sondern auch überhaupt gegen meine noch vor kurzem fest gehaltene Meinung, dass ein einziges Fahrrad ausreicht.

Hierzulande wird die optimale Anzahl an Fahrrädern gerne mit “n + 1″ angegeben, d.h. man will immer noch eins mehr als gerade im Besitz. Und tatsächlich ist es auch eher unüblich nur ein einziges Exemplar zu besitzen, denn man braucht ja ein schnelles Rennrad, ein billiges für in die Stadt, ein Mountain Bike, ein Brompton, ein Fixie, ein Bastelmodell, usw usw. Mein Rad dagegen ist ein ordentlicher Hybrid, der recht flott unterwegs ist, aber auch zwei volle Packtaschen problemlos trägt. Außerdem sieht es dank der blauen Reifen noch gut aus (Focus Planet TR 3.0 (2012)):

Focus Planet
Fällt an jeder Ampel auf.

Noch vor wenigen Monaten hätte ich es nicht mal in Erwägung gezogen, ein Zweitfahrrad anzuschaffen. Aber wie das so ist, kamen mehrere kleine Dinge zusammen, z.B. erwähnte jemand, wie schön Rennradfahren ist; auf einer Radtour wurde ich am Berg von einer Rennradfahrerin jedes Mal überholt, obwohl ich eigentlich gut berauf bin; Bröckeln des Willens gegenüber “sich auch mal was gönnen können”; Sonderangebote im Saisonschlussverkauf meines Lieblingsradladens; Probefahren und Begeistertsein vom Rennradfahren; mögliches Einsatzgebiet im Duathlon oder Triathlon[1].

Rennbericht: Highland Perthshire Half Marathon

Gestern bin ich meinen vierten Halbmarathon gelaufen, aber es war eigentlich eher ein entspannter Trainingslauf. Wie kam es dazu? Im Frühjahr hatte ich geplant, dass ich nach zwei Verbesserungen nach etwas anderem Ausschau halten wollte und ein Rennen im Nirgendwo wäre eine gute Option. In dem Sinne hatte ich u.a. den Highland Perthshire Marathon ins Auge gefasst.

In der Zwischenzeit hat sich allerdings ergeben, dass ich in zwei Wochen in Dublin einen Halbmarathon laufen werde und dies wird das eigentliche Highlight der Herbstsaison werden. Da ich aber nicht verzichten wollte auf die Highlands, das Camping (im Startgeld inklusive), die vergleichsweise flache Strecke auf Landstraßen und die angeblich tolle Atmosphäre, bin ich trotzdem hingefahren.

Vorbereitet und angefixt von einem Beitrag des Mockjoggers vom letzten Jahr, wollte ich mir das mal ansehen und vielleicht sogar im nächsten Jahr wiederkehren. Immerhin bieten sie auch die volle Marathondistanz an. Doch das ist erstmal Zukunfsmusik und wir bleiben beim gestrigen Tag.

Das Rennen

Laut meinem Trainingsplan stand an diesem Wochenende der letzte längere Lauf über zwei Stunden an. Das hat also gut gepasst und ich wollte das möglichst genau treffen. Naja, eher unterhalb der magischen 2 bleiben… Der Start war eine halbe Stunde nach den Marathonern, die zwei Runden um und durch mehrere Dörfer laufen (u.a. Dull, twinned with Boring, Orgeon). Das Wetter war perfekt (11-13°C sonnig-wolkig) und nachdem zwei Dudelsackpfeifer die Läufer an die Startlinie geführt hatten, konnte es losgehen.

Das schottische Unabhängigkeitsreferendum aus Sicht eines betroffenen Außenseiters

In gut einem Monat, Donnerstag der 18. September, ist ein wichtiger Tag für Schottland und damit auch für mich. Dann wird zur Abstimmung gebeten und gefragt wird

Should Scotland be an independent country?

Seit etwa einem Jahr geht es mehr oder weniger heiß zur Sache und der Endspurt ist deutlich. Mittlerweile hat man sich immerhin darauf einigen können, wie die Frage formuliert sein soll. Es gab Varianten mit “Do you think…” und ganz am Anfang noch eine weitere Möglichkeit (devo-max). Jetzt ist es also ganz einfach und solange man sich bis zum 2.09 registriert, kann man sein Kreuzchen bei Yes oder No machen.

Ich bin auch wahlberechtigt, wie alle EU- und einige Commonwealth-Bürger. Die Registrierung ist schon lange abgeschlossen und ich weiß auch schon, wie ich abstimmen werde. Doch fangen wir von vorne an.

Als unbedarfter Festivalbesucher in Edinburgh könnte man den Eindruck bekommen, dass die Sache klar entschieden ist, denn auf zahlreichen Autos, Verkehrschildern, Bushäuschen und sonstigen öffentlichen Flächen sieht man die Yes-Aufkleber. Auch in vielen Fenstern (Wohnungen wie Geschäften) hängen Flaggen bzw. Plakate wie dieses:

Essenstauschauktion

Am Sonntag war ich bei einem etwas seltsamen und fantastischen Event, das sowohl ein Rückfall in längst vergangene Zeiten als auch sehr modern ist. Das Ergebnis war der folgende Haufen Köstlichkeiten:

Mein Tausch-Errungenschaften
dicke Bohnen, schottisches Relish, Mehlbeeren-Apfel-Marmelade, Bananen-Walnuss-Dattel-Feigen-Laib, Holunder-Cordial, Zucchini-Ananas-Marmelade, Auberginen-Chutney, Fudge-Brownies (in Packpapier), schwedischer Zimtkuchen, scharfe Kartoffelecken plus (nicht im Bild) Hecken-Marmelade

Das Ganze lief zum dritten Mal unter dem Motto “Barter Me This” und wurde von Sally (Twitter, Facebook) organisiert. Die Idee ist, dass jeder etwas Selbstgemachtes mitbringt und es wird erst wie bei einer stillen Auktion geboten und dann getauscht. Es gibt eine bestimmte Anzahl Essenstauscher-Plätze, aber man kann auch Fähigkeiten tauschen.

Beim letzten Mal war ich als Zuschauer dabei, um zu gucken, wie das funktionert. Ich habe durch impromptu Tipps sogar ein Bündel Kräuter und einen Cupcake eintauschen können. Doch für das Juli-Event war ich richtig mit dabei und habe zweierlei Brownies und Müsliriegel-Rohmasse mitgebracht:

meine Angebote
Müsliriegel-Rohmasse (links in der Ecke), Erdnussbutter-Brownies, Frischkäse-Schoko-Brownies mit Kirschen